Volkskrankheit Fettleber

Srd, Quelle: Pressemitteilung der DGVS und Pressekonferenz im Rahmen des DGVS 2016, Hamburg

Schon moderate Bewegung, Kaffeetrinken und Verzicht auf Softdrinks helfen

Hamburg – Rund 30% der Bevölkerung haben eine nicht-alkoholische Fettlebererkrankung. Eine blande Fettleber ist zunächst harmlos und verursacht keine Symptome. Langfristig drohen aber weitreichende Komplikationen die immer häufiger Grund für eine Lebertransplantation sind. Die gute Nachricht: Eine Änderung des Lebensstils kann viel bewirken.

Die nicht-alkoholische Fettleber (NAFLD) ist eine typische Lebensstilerkrankung und mittlerweile die häufigste Lebererkrankung in Deutschland. Dabei ist laut Professor Dr. med. Eckart Schott von der Berliner Charité Fett in der Bauchregion ein wichtiger Risikofaktor.

Einfache, aber effektive Therapie: Abnehmen und Bewegen

Dabei ist eine Fettlebererkrankung vollständig umkehrbar – sofern Betroffene frühzeitig gegensteuern. Studien zufolge kann eine Gewichtsabnahme um 4-14% den Leberfettgehalt um 35-81% senken. Aber selbst wenn der Gewichtsverlust nicht klappt, zeigt schon moderate, regelmäßige Bewegung positive Effekte, wenn auch geringfügiger. Bei der Ernährung gilt: Zurückhaltung bei Lebensmitteln mit einem hohen Anteil an künstlich zugesetzter Fructose (Softdrink, süße Snacks) ist ratsam. Positiv wirkt sich dagegen Kaffee aus: 2-3 Tassen pro Tag zeigen einen gewissen Schutz vor einer Leberentzündung.

Nach aktuellen Gesichtspunkten ist die Gewichtsreduktion die einzige hochwirksame Therapie. Doch viele Patienten scheitern dauerhaft daran. Darum wird an medikamentösen Behandlungen geforscht – hier sind zukünftig viele Studienergebnisse und einige Neuzulassungen zu erwarten. Bislang gibt es dagegen noch kein Medikament, das uneingeschränkt empfohlen werden kann, da sie (noch) zu viele Nebenwirkungen haben.